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Sauna sicher nutzen

Für die meisten ist die Sauna so sicher wie moderate Bewegung, aber nicht für alle. Wer aufpassen muss, wie oft und wie lange sinnvoll ist, und die Warnsignale, bei denen du sofort rausgehst.

Von der Davium-Redaktion7 Min. Lesezeit

Für die allermeisten gesunden Menschen ist die Sauna bemerkenswert sicher – die Belastung entspricht in etwa moderater Bewegung. Genau deshalb ist es wichtig, die wenigen echten Ausnahmen zu kennen: Wo aus einem gesunden Reiz ein Risiko wird, und mit welchen einfachen Regeln man auf der sicheren Seite bleibt. Dieser Artikel ist bewusst nüchtern – nicht um abzuschrecken, sondern damit die gute Gewohnheit eine gute bleibt.

Wann die Sauna riskant wird

Die wichtigste Regel betrifft das Herz-Kreislauf-System. Die Hitze treibt den Puls hoch und lässt den Blutdruck schwanken – für ein gesundes Herz ein trainingsähnlicher Reiz, für ein vorgeschädigtes eine mögliche Überlastung.

Bei bestimmten Herz-Kreislauf-Zuständen raten Fachleute klar ab, zumindest ohne ärztliche Freigabe: instabile Angina pectoris (unvorhersehbarer Brustschmerz), ein kürzlich erlittener Herzinfarkt (üblicherweise mehrere Wochen Pause und nur nach ärztlicher Freigabe), eine schwere Verengung der Hauptschlagader-Klappe (Aortenstenose) sowie unkontrollierter, stark erhöhter Bluthochdruck. Wer eine Herzerkrankung hat – auch eine stabile – oder einen Herzschrittmacher trägt, sollte vor dem Start ärztlichen Rat einholen.

Schwangerschaft: individuell abklären

Zur Sauna in der Schwangerschaft ist die Studienlage nicht einheitlich. Ein zu starker Anstieg der Körperkerntemperatur, besonders im ersten Drittel, wird mit Risiken für die kindliche Entwicklung in Verbindung gebracht – gleichzeitig gibt es Hinweise, dass maßvolle Sauna bei unkomplizierter Schwangerschaft gesunder Frauen vertretbar sein kann. Weil die Empfehlungen auseinandergehen, gilt hier besonders: Das ist keine Entscheidung fürs Internet, sondern eine für dich und deine Ärztin oder Hebamme. Kläre es individuell ab, bevor du in der Schwangerschaft in die Sauna gehst.

Die zwei häufigsten Fehler

Weit gefährlicher als die Hitze selbst sind zwei vermeidbare Fehler.

Der erste ist Alkohol. Die Kombination aus Sauna und Alkohol ist für einen erheblichen Teil aller Sauna-Zwischenfälle verantwortlich. Alkohol stört die Wärmeregulation, fördert die Austrocknung und dämpft die Warnsignale des Körpers – man merkt zu spät, dass es zu viel wird. Die Regel ist einfach: kein Alkohol vor oder während der Sauna.

Der zweite ist zu wenig Flüssigkeit. Beim Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Trink vor und nach dem Saunagang ausreichend, um das auszugleichen. Wer ohnehin entwässernde Medikamente nimmt, sollte hier besonders aufmerksam sein.

Wie oft, wie lang, wie heiß

Für Einsteiger gilt: klein anfangen. Fünf bis zehn Minuten pro Gang reichen zu Beginn völlig; mit der Zeit sind 15 bis 20 Minuten für die meisten unproblematisch. Die typischen finnischen Bedingungen – rund 80 °C, mehrmals pro Woche – sind ein guter Rahmen. Mehr ist nicht automatisch besser; die Daten sprechen für Regelmäßigkeit, nicht für Extreme.

Ein Medikamenten-Hinweis: Einige Mittel – etwa gegen Bluthochdruck, entwässernde Mittel oder bestimmte Antidepressiva – können die Hitzeverträglichkeit verändern und den Blutdruck stärker absacken lassen. Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, kläre kurz mit Arzt oder Apotheke, ob etwas dagegenspricht.

Warnsignale: sofort rausgehen

Verlass die Sauna umgehend, wenn Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Kopfschmerz, Benommenheit oder ein Unwohlsein auftreten, das über normales Schwitzen hinausgeht. Kühl dich langsam ab, trink etwas, und ruh dich aus. Halten die Beschwerden an, hol ärztlichen Rat. Diese Signale ernst zu nehmen ist keine Übervorsicht – es ist genau der Mechanismus, der die Sauna für gesunde Menschen so sicher macht.

Warum die Sauna trotz dieser Vorsichtsregeln zu den am besten belegten Gesundheitsgewohnheiten zählt, liest du in „Was die Sauna wirklich mit deinem Körper macht“. Den Überblick über die ganze Säule gibt der Leitfaden „Wärme & Kälte“.

Quellen

  1. 1.Hannuksela, M. L. & Ellahham, S. (2001): Benefits and risks of sauna bathing. The American Journal of Medicine, 110(2), 118–126. Zur Quelle

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